Gender verweist außer auf die biologischen immer auch auf die sozialen, kulturellen und politischen Komponenten des Geschlechts, die sich historisch verändern können. Queer - gilt als Synonym für LGBTIQ. Queer irritiert. Queer ist widerständig und systemstörend. In beiden Bereichen gibt es täglich alte und neue Kämpfe auszufechten.

24.04.2018, NAIS BAIER
Aufgeschlagenes Lexikon.

Kleines Begriffslexikon

Geschlecht (engl. sex)

 

Das körperliche Geschlecht wird bei Geburt als männlich oder weiblich in der Regel anhand des Erscheinungsbildes der äußeren Genitalien zugewiesen. Bei uneindeutigem Genitale werden andere Geschlechtskomponenten untersucht (innere Genitalien, Chromosomen und hormonales Geschlecht), um ein Geschlecht zuzuweisen. Bei den meisten Menschen stimmen Geschlechtsidentität und Ausdruck der Geschlechtlichkeit mit dem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht überein; bei transsexuellen, transgender und geschlechtsnichtkonformen Menschen unterscheidet sich die Geschlechtsidentität oder der Ausdruck der Geschlechtlichkeit von dem Geschlecht, das bei Geburt zugewiesen wurde.

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Geschlechtlichkeit

 

Ausdruck der Persönlichkeitscharakteristiken, Erscheinung und Verhalten, die in einer bestimmten Kultur und historischen Epoche als männlich oder weiblich angesehen werden (das heißt, eher der männlichen oder der weiblichen Geschlechtsrolle entsprechen). Während die meisten Menschen sich gesellschaftlich in eindeutig männlichen oder weiblichen Geschlechtsrollen zeigen, treten einige Menschen in alternativen Geschlechtsrollen auf, wie genderqueer oder transgender. Alle Menschen tragen auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Maße männliche und weibliche Charakteristika in ihrem Ausdruck von Geschlechtlichkeit in sich. 

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Geschlechtsidentität

 

Das intrinsische Gefühl eines Menschen, männlich (ein Junge oder Mann), weiblich (ein Mädchen oder eine Frau) oder ein anderes Geschlecht zu sein (z. B. Jungenmädchen, Mädchenjunge, Transgender, Eunuch).

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Cisgender

 

Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen Wort cis- (=diesseits) und dem englischen gender (=Geschlecht) zusammen und bezeichnet Personen, deren Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. 

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Geschlechtsdysphorie

 

Leiden, das durch die Diskrepanz zwischen der Geschlechtsidentität eines Menschen und dem ihm bei Geburt zugewiesenen Geschlecht (und der damit verbundenen Geschlechtsrolle und/oder sekundären Geschlechtsmerkmale) verursacht wird.

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geschlechtsnichtkonform

 

Adjektiv, um Menschen zu beschreiben, deren Geschlechtsidentität, Geschlechtsrolle oder Ausdruck der Geschlechtlichkeit sich von dem unterscheidet, was für das zugewiesene Geschlecht in einer bestimmten Kultur und historischen Epoche der Norm entspricht.

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transsexuell

 

Adjektiv (wird häufig von Gesundheitspersonal verwendet), um Menschen zu beschreiben, die vorhaben, ihre primären und/oder sekundären Geschlechtsmerkmale mit Behandlungsmaßnahmen zur Feminisierung oder Maskulinisierung (Hormone und/oder Operationen) zu verändern, oder dies schon getan haben. In der Regel verbunden mit einem dauerhaften Wechsel der Geschlechtsrolle.

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transgender

 

Adjektiv, um Menschen zu beschreiben, die die kulturell definierten Geschlechtskategorien überschreiten oder darüber hinausgehen. Die Geschlechtsidentität von transgender Menschen unterscheidet sich in unterschiedlichem Maße von dem Geschlecht, das bei Geburt zugewiesen wurde.

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genderqueer

 

Identitätsbezeichnung, die von Menschen verwendet wird, deren Geschlechtsidentität und/oder Geschlechtsrolle nicht dem binären Verständnis von Geschlecht entspricht, das sich auf die Kategorien Mann oder Frau, männlich oder weiblich beschränkt.

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Transition

 

Der Zeitraum, in dem eine Person von der zugewiesenen Geschlechtsrolle in eine andere Geschlechtsrolle wechselt. Für viele bedeutet es zu lernen, wie sie gesellschaftlich in einer anderen Geschlechtsrolle leben. Für andere bedeutet es, eine Geschlechtsrolle und einen Ausdruck ihrer Geschlechtlichkeit zu finden, in der/dem sie sich wohl fühlen können. Der Übergang kann, muss aber nicht, eine Feminisierung oder Maskulinisierung des Körpers durch endokrinologische und/oder chirurgische Behandlungsmaßnahmen beinhalten. Die Art und Weise sowie die Dauer der Transition ist unterschiedlich und hängt von der jeweiligen Person ab.

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Passing

 

(von englisch to pass for/as‚ als jmd. durchgehen) bezeichnet die Fähigkeit einer Person, als Mitglied desjenigen Geschlechts akzeptiert oder eingeschätzt zu werden, mit dem sie sich identifiziert, bzw. das sie nach außen hin zeigt. Üblicherweise umfasst Passing eine Kombination aus körperlichen Geschlechtsmerkmalen oder körperlicher Erscheinung (bspw. Frisur oder Kleidung) und bestimmten Verhaltensweisen, die kulturell mit einem bestimmten Geschlecht oder einer bestimmten Bevölkerungsgruppe verbunden werden.

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Quellen

 

Weltverband für Transgender Gesundheit: Standards of Care, Version 7 (2012)